Füsse einer Familie im Sand einander zugewandt

Familientherapie

Was bedeutet systemische Familientherapie?

Familientherapie ist ein psychologisches Verfahren, bei dem die Familie als soziales System im Zentrum der psychotherapeutischen Intervention steht.

 

Familien verändern sich im Laufe der Zeit – Aus Paaren werden Eltern, aus Babys Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und schlussendlich Erwachsene. Dieser Wandlungsprozess birgt Herausforderungen, die auch in Krisen führen können.

 

Zu diesen naturgegebenen Veränderungsprozessen können auch noch lebenszyklische Veränderungen der Eltern hinzukommen: Sie bleiben ein Paar, trennen sich oder finden neue Partner*innen. Wohnorte ändern sich, Jobs werden gewechselt, Todesfälle, Krankheiten oder andere externe Faktoren beeinflussen die Lebensumstände. 

 

Unter all diesen Faktoren kann das Familienleben leiden. Die einmal dagewesene Leichtigkeit, Herzlichkeit und Liebe verwandelt sich in Wut, Stille und Traurigkeit. Konflikte entstehen, Entfremdung der Familienmitglieder kann die Folge sein. 

 

Die systemische Familientherapie kann dabei helfen Einfühlungsvermögen und Verständnis füreinander zu entwickeln – beides sind wesentliche Faktoren für das Funktionieren des familiären Systems und somit für das Wohlergehen der Familienmitglieder. 

 

Wer nimmt an der Familientherapie teil?

Die Antwort auf diese Frage ist simpel: nach Möglichkeit all jene Familienmitglieder, die dabei mithelfen können, das Problem zu lösen. Das erklärt auch, weshalb eine Familientherapie umso rascher Wirkung zeigt, je mehr Beteiligte an dem Prozess teilnehmen. 

Was genau passiert in einer systemischen Familientherapie?

Eine gut verlaufende Familientherapie bedeutet nichts anderes als Veränderung zum Besseren: Jedes Familienmitglied verändert ein Stück weit seine / ihre Haltungen, Gefühle, Denkweisen. Die dabei entstehende Veränderung ihrer Verhaltensmuster verändert wiederum das System. Verändert sich ein systemisches Muster, wirkt das wiederum auch auf den Einzelnen / die Einzelne zurück.

 

Die Aufgabe der Therapeut*in ist es diesen Prozess in der Therapie durch Fragen zu unterstützen und die Familienmitglieder dazu einzuladen die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Sie/Er ermutigt neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Gelungene Familientherapie geht dann irgendwann auch ohne Therapeut*innen weiter, sie ist „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Wann macht Familientherapie Sinn?

  • psychische Probleme oder (somatische) Erkrankung eines Familienmitglieds, z.B. eine Essstörung, Sucht oder Depressionen
  • Schulische Probleme
  • Burnout
  • Sucht
  • Probleme im täglichen Zusammenleben (Streit und „dicke Luft“ sind an der Tagesordnung)
  • Patchworkfamilien, die nicht reibungslos funktionieren
  • Trennung / Scheidung der Eltern 
  • Eheprobleme
  • Kinderwunsch
  • Geschwister-Rivalitäten, die über einen längeren Zeitraum bestehen
  • chronische körperliche Erkrankungen oder die lebensbedrohliche Erkrankung eines Familienmitglieds
  • Probleme mit der Herkunftsfamllie des Partners/der Partnerin 
  • Eskalierende Erziehungsprobleme, die selbst nicht mehr lösbar scheinen

 

Wichtig! Keine Schuldzuweisungen

Oft wird eine Familientherapeut*in erst dann aufgesucht, wenn sich ein „Symptom“  zeigt. Der Weg zur Therapie ist in nicht wenigen Fällen von Schuld- und Unzulänglichkeitssymptomen bestimmt. Viele fragen sich: Was habe ich/was haben wir falsch gemacht? Dabei geht es in der systemischen Familientherapie nicht um Schuldzuweisungen! Es geht darum Lösungen für verfahrene Situationen zu finden, die Familie selbst zu zum Lösungssystem werden in dem sich alle Familienmitglieder entwickeln können.

 


 Mag.a Alexandra Albrecht fairTREAT Psychotherapie Korneuburg, Stockerau